Die Hannoversche Allgemeine Zeitung / HAZ berichtete am 31.3.2026: „Mehr als eine Milliarde Euro für nichts: Warum in Niedersachsen Tausende Gigawattstunden #Strom verloren gehen.“ Im Jahr 2025 wurden bei #Windrädern an Land 804 GWh Strom abgeregelt und damit zwar bezahlt, aber nicht genutzt. Die HAZ berichtet weiter: „Und das kostet: Seit 2019 haben Anlagenbetreiber rund 1,7 Milliarden Euro kassiert – dafür, dass sie in #Niedersachsen keinen Strom produzieren.“ Hier werden so nebenbei mal sieben Jahre addiert. Pro Jahr macht das dann also durchschnittlich nur 240 Mil. Euro. Viel Geld. Aber eine Frage bleibt offen: Wird da jetzt die Hälfte vom produzierten Strom weggeworfen Oder nur 5 Prozent? Schauen wir doch mal nach:
In 2025 wurden in Niedersachsen 19,8 TWh Windstrom produziert, sagen die energy-charts des Fraunhofer Instituts. Davon wurden nach HAZ 804 GWh abgeregelt. Das sind gerade einmal 4 %. Mit Blick auf den oft beklagten langsamen #Netzausbau scheint das ja doch gar nicht so viel zu sein. Obwohl da #BMWE im Netzpaket den Ausbau schon in Gebieten mit mehr als 3 % Abregelung bremsen will.
Und die Kosten: Die Berechnungen der Neuauflage der Studie des Fraunhofer-Instituts für Solare Energiesysteme ISE belegen eindeutig: Windenergieanlagen an Land gehören mit Kosten zwischen 4,3 und 6,9 Cent/kWh zu den günstigsten Formen der Stromerzeugung. Nehmen wir einen mittleren Preis von 5,6 Cent/kWh an und schlagen die Kosten für 4 % abgeregelten Strom auf, dann wären die Gestehungskosten für Windstrom incl. Abregelung ca. 5,8 Cent/kWh.
Werfen wir in der Grafik unten jetzt einen Blick in den Vergleich der #Stromerzeugungskosten stellen wir fest, dass #Windstrom auch dann, wenn wir die 4 % Abregelungskosten mit einrechnen, immer noch die #günstigste Form ist Strom zu erzeugen, wenn die Sonne nicht scheint. Also zwei Bitten: eine an die #Presse: Bitte Zahlen vernünftig in den Kontext setzen. Und einen an das BMWE und die Parteien im Bundestag: Bitte erst nochmal nachrechnen und dann über das sogenannte Netzpaket beschließen. SPD Scientists For Future #S4F#S4F Borderstep Institute for Innovation and Sustainability gGmbH
Der spannendere Punkt ist für mich nicht nur, dass Windstrom selbst mit Abregelung günstig bleibt.
Der spannendere Punkt ist, was das über Europa sagt.
Wir scheitern zu oft nicht an Technologie.
Wir scheitern an der Verbindung dazwischen.
Erzeugung.
Netze.
Speicher.
Steuerung.
Industrielle Nutzung.
Genau dort entscheidet sich, ob aus Energie echte Handlungsfähigkeit wird.
Oder nur ein teures Stück Potenzial auf halber Strecke liegen bleibt.
Martin Bonner • Glow for Europe – Movement Apr 6 2 likes